Um am Raspberry Pi Internetradios und allgemein Audio-Medien abzuspielen, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Diese werde ich versuchen nach bestem Können vorzustellen und Anleitungen dazu zu liefern.

Nun also heute zur Quick&Dirty-Methode, dem “mplayer”.
Nach meiner Recherche bieten zwar auch weitere Player, zum Beispiel VLC ein Commandline-Interface (cvlc). mplayer jedoch bietet scheinbar die einfachste Möglichkeit, Playlisten wie man sie aus dem Internet von Internetradios meist erhält, abzuspielen.

Installation der benötigten Tools:

apt-get install mplayer alsa-utils

Starten einer .pls-Datei:

mplayer -playlist datei.pls

mplayer wird nun starten, sich die Verbindungsinformationen aus der .pls-Datei holen und den Stream abspielen. Die .pls-Datei erhält man vom jeweiligen Internetradio. Meist sind AAC- oder MP3-Streams darin eingebettet. Ich bevorzuge aus Gründen der Effizienz die 80k AAC-Streams.

Da in diesem Beispiel die .pls-Datei zuvor heruntergeladen werden muss, gibt es noch eine bequemere Lösung, bei der die Datei via wget geholt und direkt an mplayer weitergegeben wird:

wget http://listen.technobase.fm/aacplus.pls -O - | mplayer -playlist -

Auf meinem Raspberry Pi nutze ich Raspbian, den RaspberryPi-Debian-Abkömmling. Bei diesem ist das Paket “alsa-utils” bereits installiert. Es beinhaltet unter anderem den “alsamixer” für die Lautstärkeeinstellung.

Wichtiger Hinweis:

Standardmäßig ist am Raspberry Pi zwar alsa installiert, aber nicht so eingerichtet, wie es sein sollte. Wenn mplayer keinen Ton ausgibt, wenn es als normaler User ausgeführt wird, als root aber funktioniert, muss der entsprechende User der Gruppe “audio” hinzugefügt werden.

Das geht meiner Meinung nach am einfachsten so:

  • Datei /etc/group öffnen
  • Zeile mit folgendem Inhalt (oder ähnlich) aufspüren: audio:x:29:pi
  • Kommasepariert alle Nutzer, die das Audio-Gerät nutzen dürfen sollen, hinzufügen: audio:x:29:pi,username

Nun lege ich folgende Lektüre ans Herz:

mplayer-Dokumentation “Streaming vom Netzwerk oder Pipes”
Die komplette mplayer-Dokumentation

4 thoughts on “Raspberry Pi zur Internetradio-Wiedergabe – Die Quick&Dirty-Methode (Teil 1/3)

  1. Angeregt von mir, der ich mich mit einschlägigen Internet-Tunern auseinandergesetzt und deren Schwächen erkannt habe, was mich dazu bewegt, trotz Respekt vor einer Bastellösung den Raspberry Pi in Betracht zu ziehen.

    Der Erwähnung wegen.

  2. Geht das mit dem User nicht einfacher via adduser Benutzername audio?
    Bin auf die nächsten Teile gespannt. Habe letztens einen Artikel gelesen, wie man sowas auch mit nem Touchscreen realisieren kann, hätte sowas aber am liebsten mit ner ganz klassischen Zehnertastatur, auf der die Lieblingsstationen durch Knopfdruck anwählbar sind.

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