Seit geraumer Zeit hatte ich hier einen Rechner stehen, welcher mit einem Sempron 145, 2 GB DDR3 Speicher, einem Corsair 430 Watt-Netzteil und zwei 1TB-Festplatten ausgestattet war. Kuerzlich ergab sich wieder ein kleines Upgrade des Systems, zu den 2 Platten kamen nochmals 2 weitere. Ich stellte in dem Abwasch auch von einer automatischen Festplattenspiegelung auf eine manuelle Loesung um, sodass, selbst wenn jemand eine Datei loescht, sie im woechentlichen Backup noch zu finden ist. Da nutzbar also nur 2 TB zu Verfuegung stehen und die anderen Festplatten ungenutzt in der Gegend herumtaumelten, entschied ich die ungenutzten komplett zu unmounten und sie abzuschalten, sodass sie nur bei Bedarf eingeschalten werden und somit weniger Strom verbrauchen und keine so grossen Verschleisserscheinungen aufweisen.

Unter Debian ist die Einrichtung von hdparm recht simpel – mittels

apt-get install hdparm

installiert man das kleine Tool und stopt/startet es mittels

/etc/init.d/hdparm start
oder
/etc/init.d/hdparm stop

– zu diesem Zeitpunkt haben wir jedoch unsere hdparm.conf noch nicht angepasst, sodass die Sinnhaftigkeit von hdparm recht beschraenkt ist.

Die Konfiguration befindet sich unter /etc/hdparm.conf. Mit dem Editor unserer Wahl koennen wir diese Datei oeffnen und bis zum Ende scrollen. Nun muss fuer eine Festplatte, welche konfiguriert werden soll, ein Eintrag angelegt werden. Wir koennen hierbei mit zwei unterschiedlichen “Definitionsmoeglichkeiten” arbeiten (Dank an rendegast!): Laufwerk-ID’s oder direkten Laufwerkszuordnungen.

Ersteres ist mit etwas mehr Aufwand verbunden, funktioniert aber auch noch, wenn man bei einer Aenderung an der Hardware beispielsweise die Stecker vertauscht oder andere Geraete anschliesst. ich zeige beide Moeglichkeiten detailliert auf.

In meinem Fall habe ich vier Platten:

/dev/sda = Sicherung für /dev/sdb
/dev/sdb = 1. Festplatte mit 20 GB Systempartition, 2 GB Swap und dem Rest Datenspeicher auf /home
/dev/sdc = 2. Festplatte komplett nur Datenspeicher, mounte ich auf /samba
/dev/sdd = Sicherung für /dev/sdc

sda und sdd sollen bei 5 Minuten idle abschalten und in Bereitschaft gehen.

Moeglichkeit 1 Laufwerkszuordnungen (/dev/sda/, /dev/sdb/ usw.)

/dev/sda {
spindown_time = 60
}

/dev/sdd {
spindown_time = 60
}

Moeglichkeit 2 ID’s (ata-SAMSUNG_HD103SI_S1VSJ9ASA05151, ata-ST31000525SV_9VP9C2L2 usw.)

Um die ID einer Festplatte in Erfahrung zu bringen, ist ein simples

ls -l /dev/disk/by-id/ | grep ata | grep ../../sd[a,d]

hilfreich – es listet die benoetigte Bezeichnung der ausgewaehlten Platten (sda, sdd) an.
Die Ausgaben koennen dann sowas sein wie:

lrwxrwxrwx 1 root root  9  6. Apr 09:46 ata-SAMSUNG_HD103SI_S1VSJ9ASA05151 -> ../../sdd
lrwxrwxrwx 1 root root 10  6. Apr 09:46 ata-SAMSUNG_HD103SI_S1VSJ9ASA05151-part1 -> ../../sdd1
lrwxrwxrwx 1 root root  9  6. Apr 09:46 ata-ST31000525SV_9VP9C2L2 -> ../../sda
lrwxrwxrwx 1 root root 10  6. Apr 09:46 ata-ST31000525SV_9VP9C2L2-part1 -> ../../sda1

Jetzt wo wir die ID’s kennen, koennen wir hdparm in der Konfiguration anweisen nach dieser zu arbeiten:

/dev/disk/by-id/ata-SAMSUNG_HD103SI_S1VSJ9ASA05151 {
spindown_time = 60
}

/dev/disk/by-id/ata-ST31000525SV_9VP9C2L2 {
spindown_time = 60
}

Vielen Leuten duerfte diese Syntax bekannt sein. Man erstellt fuer jedes Geraet einen Container in dem sich dann die einzelnen Einstellungen befinden. in dem Falle moechte ich nur die Zeit zum Standby definieren. Hierbei sind das 5 Minuten, wofuer ich eine “60” eintrage. Warum man das nicht einfach mit Sekunden haette loesen koennen? Keine Ahnung, fragt den Entwickler.

Die Sache ist auch nochmal sehr umfangreich im debianforum-Wiki erklaert. Dank geht an dieser Stelle auch an alle Teilnehmer und Helfer im Thread den ich hierzu erstellte.

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